10 Jahre „Starkes Kirchheim“

10 Jahre „Starkes Kirchheim“

 

Der Auftakt zur Veranstaltungsreihe zum 10-jährigen Jubiläum von „Starkes Kirchheim“ war ein Vortrag der Soziologin Jutta Allmendinger in der Buchhandlung Zimmermann zum Thema „Das Land, in dem wir leben wollen – Wie die Deutschen sich ihre Zukunft vorstellen. Zunächst stellte Michaela Göhler-Bald als Mitglied vom Aktionskreis „Starkes Kirchheim“ die Initiative und ihre 10-jährige Geschichte vor, mit einem Ausblick auf die geplanten Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums.  Danach referierte Professor Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin, im vollbesetzten Buchhaus über ihre Vermächtnisstudie, die sie als leitende Wissenschaftlerin zusammen mit der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ und infas 2015 durchgeführt hatte.

Dafür hat sie Menschen in Deutschland in die Seele geschaut. Sie hat analysiert, welche Errungenschaften, Werte und Rituale die Deutschen für nachfolgende Generationen bewahren wollen. Was ihnen wichtig ist? Von was sie sich trennen wollen? Was sie sich von der Zukunft erhoffen?

Die Studie hat sich mit dem Lebensgefühl der Menschen in Deutschland beschäftigt. Sie hat untersucht, ob es Unterschiede über Gruppen, Schichten und Klassen hinweg gab und welche Rolle die vielen Gesichter von Armut, Reichtum und Geschlecht spielen.

Den Deutschen ist der soziale Zusammenhalt besonders wichtig, neben der Gesundheit und Erwerbstätigkeit, die an zweiter und dritter Stelle kommen. Allerdings glaubt die Mehrzahl der Befragten, dass ihnen das gesellschaftliche Miteinander persönlich wichtiger ist als anderen. „Sozialer Zusammenhalt braucht immer die Solidarität mit anderen und die Akzeptanz des Fremden. Wir haben verlernt miteinander zu sprechen.“ So die Soziologin und viele Menschen wissen daher gar nicht mehr, dass sie eigentlich ähnliche Vorstellungen, Meinungen und Wünsche haben.

Der zunehmenden Segregation der Gesellschaft muss Politik und Zivilgesellschaft entgegenwirken. Dazu gehört bezahlbarer, sozialer Wohnraum auch in den Innenstädten, und dass die massive Bildungsungleichheit verkleinert wird. Jeder egal welcher sozialer Herkunft muss die gleichen Chancen auf Bildung, Weiter- und Ausbildung haben. Davon sind wir aber laut Jutta Allmendinger weit entfernt.

Im anschließenden Gespräch zeigte sich Frau Allmendinger begeistert und erstaunt über das was „Starkes Kirchheim“ in den letzten 10 Jahren geleistet und aufgebaut hat. Überaus positiv bewertete sie das bürgerschaftliche Engagement und bestärkte die Akteure so weiterzumachen. Sie selbst fand den Abend ausgesprochen inspirierend und sie hätte in Kirchheim viel lernen dürfen. Ihre Begeisterung brachte sie auch am nächsten Tag bei SWR Leute nochmals zum Ausdruck.

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